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Sedaydemir

Der Präsident nimmt die mächtigste Stellung im politischen System Russlands ein. Neben ihm gibt es aber auch weitere Machpositionen: der Ministerpräsident, das Parlament, die Wirtschaft und regionale Amtsträger. Wer hat aber in Russland tatsächlich das Sagen? Welchen Einfluss haben Gesellschaft, Justiz und Opposition

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Maja-Svea Purrmann3.11.2017"Der Geist des Aufruhrs schwebte über dem russischen Lande. Irgend ein gewaltiger und geheimnisvoller Prozess vollzog sich in zahllosen Herzen: Es lösten sich die Bande der Furcht, die Individualität, die eben erst sich selbst erkannt hatte, ging in der Masse und die Masse in dem großen Elan auf." – Leo Trotzki (1909)

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Russland ist riesig und reich. Seine Bodenschätze scheinen unerschöpflich. Wenn in der Hauptstadt der Tag beginnt, geht er an der Ostgrenze zur Neige. Was hält ein Land von diesen Dimensionen zusammen? Wie kann es sich ernähren und wie soll es sich wirtschaftlich entwickeln? Wie geht es mit seinen Potentialen um, was macht es aus seinen Nachbarschaften? Wenn man sich den Menschen und ihrem Alltag nähert, wird klar, dass auch hier ein Reichtum zu entdecken ist. Man trifft immer wieder auf starke Persönlichkeiten, die es gewohnt sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – wie beispielsweise die Bewohner in Norilsk, der geniale Mathematiker, der eine Million Dollar Preisgeld ablehnt, der mutige Journalist, der sich mit den Mächtigen anlegt, die nachdenkliche Autorin oder aber auch die Bewohner einer Kommunalka. Autoritäres Herrschaftsstreben trifft auf engagierten oder auch versteckten Widerstand, strenge Lebensentwürfe auf den Ruf nach Vielfalt, verschwenderische Dekadenz auf das Ringen um Nachhaltigkeit. Dieses System ist kompromisslos gierig und fordert Opfer, von ihm geht aber auch immer wieder eine ungeheure Anziehungskraft aus.

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Wenn Menschen sich durch eine bestehende Ordnung, durch ihre Regierung oder ihre Herrscher unterdrückt oder ungerecht behandelt fühlen, sehen sie manchmal keine Möglichkeit mehr auf ein besseres Leben. Sie schließen sich zusammen und kämpfen (oft mit Gewalt) gegen die bestehende Ordnung. Ein solches Handeln nennt man "Revolution", was vom französischen Wort für "Umwälzung" kommt.

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Der perfekte Mensch? Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde in Russland der Ruf nach der Schaffung eines Neuen Menschen durch Politik, Wissenschaft und Kunst laut: Ein optimierter Mensch mit ungeahnten Kräften sollte geschaffen werden. Es galt, physiologisch und psychologisch Übermenschliches für das Kollektiv zu vollbringen und dabei moralisches Vorbild im Sinne der jungen Sowjetmacht zu sein. Entsprechend schrieb Leo Trotzki 1923: "Der Mensch wird unvergleichlich viel stärker, klüger, feiner werden (…...) der durchschnittliche Menschentyp wird sich bis zum Niveau eines Aristoteles, Goethe, Marx erheben." Zahlreiche sowjetische Spiel-, Dokumentar-, und Trickfilme der 20er- und 30er-Jahre propagierten dieses Menschenbild. Die acht Filme dieser Doppel-DVD zeigen den utopischen sozialistischen Traum. Begleitet werden die restaurierten Filme von einem umfangreichen Booklet, in dem die Herausgeber Rainer Rother und Alexander Schwarz die Werke einordnen und analysieren. Fotos, Filmstils und Plakate illustrieren zusätzlich das einzigartige Material. So macht die Kombination aus Filmen und ausführlichen Informationen im Booklet die radikalen und kompromisslosen Vorstellungen von einer neuen Gesellschaft lebendig.

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Die Oktoberrevolution als Weltereignis: In den einhundert Jahren nach 1917 hat die Erinnerung an die Russische Revolution in Osteuropa und auf der ganzen Welt vielerlei Zwecken gedient, als Vor- oder als Schreckensbild, als Legitimation oder Motivation, als Gegenstand von Aufarbeitung oder Verdrängung. Aber wie hat sich die Perspektive über die Jahre gewandelt? Dieses Buch zeigt, dass die Geschehnisse im Laufe der Zeit ständigen Umdeutungen und Neubewertungen unterworfen waren. Losgelöst von den tatsächlichen Ereignissen und Folgen wurde das Narrativ der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Lage angepasst. Elf Essays internationaler Autoren beleuchten, stets ausgehend von einem runden Jubiläum, den jeweiligen Blick auf die Revolution und betten die Auseinandersetzung mit ihr in den zeithistorischen Kontext ein. So spannen die Autoren ein breites Panorama: von zeitgenössischen Debatten, dem Terror des Stalinismus, dem Kalten Krieg und der Wirkung auf globale sozialistische Bewegungen bis hin zur Bewertung nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Gedenken im heutigen Russland.

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Deutschland und Russland verbindet eine lange und wechselvolle Geschichte. Gegenseitige Bewunderung und Abneigung, Idealisierung und Dämonisierung spielten darin immer eine Rolle, und das häufig zugleich und nebeneinander. Auf offizieller staatlicher Ebene hat sich das deutsch-russische Verhältnis in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt: Spätestens seit der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 und dem Krieg in der Ostukraine gilt es als gestört. Beim Gipfel zwischen Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Mai 2017 in Sotschi wurde es schon als Erfolg gewertet, dass man überhaupt miteinander spricht.

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Russland erstreckt sich über neun Zeitzonen, vom äußersten Osten Asiens bis nach Osteuropa. So weit das Land ist, so vielfältig sind auch seine Einwohner, deren Kultur und Geschichte. Auch die russische Politik ist bemerkenswert: Im Inneren stagniert die nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990 begonnene Demokratisierung, nach außen kämpft das Land um seine historisch gewachsene Bedeutung.

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Am 23. Februar 1917 kam es in Petrograd zu einer schicksalhaften Demonstration, bei der sich die Wut über die sozialen Verhältnisse sowie die Kriegslasten im Zarenreich Bahn brach. Die Unruhen markierten den ersten Tag der Februarrevolution. Wenige Monate später folgte die Oktoberrevolution. Die Geschehnisse werden zusammengefasst auch als „Russische Revolution“ bezeichnet.Wie bei allen historischen Jahrestagen werden auch zum Revolutionsjubiläum Analogien bemüht – um Argumente zu stärken oder politische Gegner zu dämonisieren. Die aktuelle russische Führung greift häufig auf Vergangenes zurück, um die eigene Politik zu legitimieren. Der Umgang des Kreml mit dem Jubiläum zeigt aufs Neue, wie schwer er sich tut, mit dem Erbe der Sowjetunion umzugehen.